Muhr News

Die Volksschule wird international

(LK) „Mit der Internationalen Klasse schließt Salzburg die letzte Lücke, die bisher viele Wissenschafter und Manager aus dem Ausland davon abgehalten hat, mit ihren Familien nach Salzburg zu ziehen. Salzburg hat bis jetzt einen englischen Kindergarten, Volksschulen mit Schwerpunkt Englisch und dann das Europagymnasium angeboten. Eine Volksschule, in der die Unterrichtssprache Englisch ist und der Unterricht von einer native speakerin durchgeführt wird, gab es aber nicht." Dies betonte Bildungsreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, in einem Informationsgespräch, bei dem Details zur „Internationalen Klasse" an der Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule präsentiert wurden. Diese Klasse startet im Herbst 2010 und wird jahrgangsgemischt (1. bis 4. Klasse) geführt. Unterrichtssprache in allen Gegenständen ist Englisch.

„Um international als Standort interessant zu sein, ist es notwendig, den hochkarätigen Interessenten in diesen Bereichen auch eine adäquate Ausbildung ihrer Kinder zu ermöglichen. Top-Wissenschaftern und Top-Managern ist es ein Anliegen, dass ihre Kinder in eine internationale Schule mit englischsprachigem Unterricht gehen", so Landeshauptfrau Burgstaller, die es „besonders freut, dass die Internationale Klasse der Volksschule bereits im ersten Jahr fast ausgebucht ist. Die Klasse ist für 16 Kinder ausgelegt, und für Herbst gibt es bereits 14 Anmeldungen."

Bisher existieren in Salzburg und Umgebung im vorschulischen Bereich für die Drei- bis Sechsjährigen eine „English Play Group" (Kindergarten), weiters für den Sekundarstufenbereich die „International School" in St. Gilgen und die „Preparatory School" in der Moosstraße. Definitiv besteht eine Lücke im schulischen Angebot für die Sechs- bis Zehnjährigen, also den Grundstufenbereich. „Diese Lücke kann nun geschlossen werden. Kindern dieser international tätigen Familien wird somit ein müheloses Wechseln innerhalb der Schulsysteme verschiedener Länder ermöglicht", begründete die
Landeshauptfrau ihre Initiative.

Durchgängiges internationales Schulsystem

Salzburgs Industriebetriebe sind an Menschen interessiert, die neben perfekten Englischkenntnissen und der Fähigkeit, sich auch in Sachthemen in Englisch ausdrücken zu können, auch interkulturelle Erfahrungen mitbringen. Darüber hinaus entwickelt die Universität Salzburg - auch mit Unterstützung der Industrie - immer mehr Studiengänge, die sich mit High-Tech-Themen befassen. Die Qualität eines universitären Studiums hängt dabei auch sehr stark von ihren Lehrenden ab. Die Erfahrung zeigte, dass einige international renommierte Dozenten bzw. Professoren nicht nach Salzburg geholt werden konnten, da die Möglichkeit einer internationalen Schulbildung von der Volksschule an für ihre Kinder fehlte.

Mit der Internationalen Volksschule werde ein wichtiger und dringend notwendiger Schritt in Richtung eines durchgängigen internationalen Schulsystems im Salzburger Zentralraum gesetzt. Junge Menschen, die bereits in der Schule lernen, mit Menschen aus einem anderen kulturellen und sprachlichen Hintergrund zusammen zu arbeiten, bringen diese Fähigkeit ganz selbstverständlich später auch in die Betriebe, Hochschulen und Universitäten mit.

Auf dem Lehrplan der Internationalen Klasse stehen auch die verbindlichen Übungen „Drama" und „Library Class". In ersterer sollen die Schüler/innen auf spielerische Art lernen, sich vor Publikum zu präsentieren. Der zweite Schwerpunkt zielt auf die Förderung des Leseverhaltens und des Sprachverständnisses ab.
Die Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule ist gut zu erreichen und als Zentrallehranstalt nicht an die Sprengelzuteilung der Kinder gebunden. Die ständige Anbindung an die Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtung der Pädagogischen Hochschule gewährleistet die Sicherstellung des Qualitätsniveaus.

Sampl: Ideales Alter zum Sprachenerwerb

„In einem zunehmend vernetzten Europas gewinnen Sprachen als Bindeglied der Vernetzung zunehmend an Bedeutung. International orientierte Konzerne, Salzburger Industriebetriebe und deren Mitarbeiter, Universitäten und andere tertiäre Bildungseinrichtungen sind sehr stark international vernetzt. Es ist demnach unabdingbar, den Mitarbeitern dieser Betriebe bzw. deren Kindern eine entsprechende schulische und erzieherische Infrastruktur für den Großraum Salzburg anbieten zu können", stellte Dr. Josef Sampl, der Rektor der Pädagogischen Hochschule, fest.

Vom entwicklungspsychologischen Standpunkt aus betrachtet lasse sich festhalten, so Dr. Sampl weiter, dass die Leichtigkeit des Sprachenlernens zu keinem anderen Entwicklungszeitpunkt so groß sei wie in der frühen und mittleren Kindheit. Es sei Kindern durchaus leicht möglich, zwei Sprachen gleichzeitig zu erwerben. Wichtig sei dabei die Absicherung der Erstsprache, da das Wissen über Regeln und Struktur der Erstsprache das Erlernen der Zweitsprache im Sinne eines positiven Transfers beschleunige. „Daher will die Internationale Klasse sowohl Erst- als auch Zweitsprache adäquat und dynamisch fördern, sodass Kinder folglich in beiden Sprachen ‘zuhause‘ sein können", führte der Rektor der Pädagogischen Hochschule aus.

Muhr: Bildung nach Weltstandard

„Sehr oft wurde ich in den vergangenen Jahren mit der Situation konfrontiert, dass wir Kunden aus dem Ausland hier angesiedelt haben - beispielsweise Geschäftsführer internationaler Firmen - und immer wieder die Erfahrung machen mussten, dass ihre Englisch sprechenden Kinder im Volksschulalter keine schulische Betreuung in ihrer Heimat- bzw. Muttersprache hatten", berichtete Immobilienmaklerin Marlies Muhr, für die es sehr wichtig ist, „Kindern von ausländischen Fach- und Führungskräften, die wir aus dem Ausland zu uns holen, eine Bildung nach Weltstandard zu bieten". o88-22

zur Übersicht